Irgendwann setzt man in Haneda auf und dieses Gefühl ist sofort wieder da. Noch bevor man richtig ausgestiegen ist, weiß man: Wir sind wieder hier.

Im Terminal steht schon die neue Godzilla-Statue. Fast fertig, riesig, genau so drüber, wie man es sich wünscht. Nur schielt er noch ein bisschen. Man bleibt automatisch stehen und fragt sich, ob das Absicht ist oder ob da noch jemand mit der Leiter kommt. Im April schauen wir nochmal. Vielleicht guckt er dann geradeaus.

Der Flug war entspannt. Essen, Filme, aus dem Fenster schauen. Mitten in der Nacht vegane Ramen, später Kaffee, irgendwann Sonnenaufgang über den Wolken. Dieser Moment, wenn sich das Licht im Flügel spiegelt, lohnt den Fensterplatz jedes Mal.

Und obwohl es dieses Jahr nicht das erste Mal ist, fühlt sich Tokio null nach Gewohnheit an. Eher wie ein leises „Na, wieder da?“

Tokio bleibt jedes Mal neu.

Ankunft in Tokio. Diesmal wohnen wir im East21. Das Zimmer ist wirklich gut, angenehm groß, bequem, man fühlt sich sofort wohl. Die Lage ist nicht ganz so ideal wie sonst, ein Stück weiter draußen, aber bei drei Wochen Zeit spielt das keine große Rolle.

Nach dem Einchecken kurz aufs Zimmer, Koffer abstellen, einmal aus dem Fenster schauen. Dieses Gefühl, wieder über Tokio zu blicken, ist jedes Mal besonders. Dann wieder raus in die Stadt.

Sushi geht einfach immer. Man setzt sich, bestellt die ersten Teller und merkt sofort, wie vertraut sich alles anfühlt. Dieses leise Klackern vom Laufband, ein kaltes Getränk, noch ein Teller, noch einer. Ankommen funktioniert hier ziemlich gut übers Essen.

Später noch ein Drink in der Hotelbar. Gedimmtes Licht, unten die Stadt, auf dem Tisch zwei bunte Gläser. Man ist müde vom Flug, aber gleichzeitig viel zu wach vor lauter Vorfreude auf die nächsten Wochen.

Kein Stress, kein großes Programm. Einfach langsam reinkommen. Drei Wochen liegen vor uns.

Am nächsten Morgen habe ich mir erst mal Zeit gelassen. Im Hotel standen ein paar Wellness Sachen zum Ausprobieren bereit, also habe ich mich einfach ein bisschen durchgetestet. Ganz entspannt in den Tag starten und schauen, was sich gut anfühlt.

Das eigentliche Highlight war aber die Badewanne. Diese Zedernholzwanne mit Blick über Tokio macht schon beim Einlassen vom Wasser klar, dass man hier nicht nur kurz bleibt. Warmes Wasser, dieser leichte Holzduft und draußen die Stadt im Morgenlicht. Besser kann ein Tag kaum anfangen.

Danach fühlt man sich komplett neu gestartet. Und dann kann Tokio kommen.

Nach dem entspannten Start im Hotel sind wir raus, natürlich zu Fuß. Tokio entdeckt man am besten beim Laufen. Zwischen zwei Zielen passiert oft mehr als am Ziel selbst. Kleine Schreine zwischen Bürohäusern, Details an Fassaden, Brücken, an denen man sonst vorbeifahren würde. Wenn man Zeit hat hinzuschauen, wirkt alles ein bisschen besonderer.

Das Metro Museum war überraschend leer. Kaum Menschen, angenehm ruhig. Genau so mögen wir das. Das Museum selbst hat richtig Spaß gemacht. Alte Waggons, Technik zum Anschauen, viel Geschichte. Dort merkt man erst, wie sehr diese Stadt von ihrer U Bahn lebt.

Und direkt nebenan ein Kura Sushi. Manchmal muss man nichts planen, weil Tokio das übernimmt. Also war klar, wie der Tag endet. Noch ein Teller, noch einer und dieses zufriedene Gefühl, dass es gerade einfach passt.

Richtung Harajuku sind wir einfach losgezogen, ohne großen Plan. Innenstadt ist in Tokio ja sowieso relativ. Eigentlich wollten wir nur kurz in den Harry Potter Store schauen. Wirklich nur schauen.

Aber wie so oft war der Weg spannender als das Ziel. Man fährt Rolltreppen durch Glasfassaden hoch, steht an riesigen Kreuzungen und ein paar Minuten später läuft man plötzlich an einem ruhigen Fluss entlang. Zwischendrin entdeckt man Kleinigkeiten, Blumen am Straßenrand, einen alten VW Bus, aus dem Kaffee verkauft wird, Menschen, die irgendwo anstehen, ohne dass klar ist warum.

Im Harry Potter Laden selbst war natürlich alles perfekt inszeniert. Dunkles Licht, viel Atmosphäre, genau die Art von Laden, in dem man länger bleibt als geplant. Eigentlich wollte ich nichts kaufen. Ganz ohne Tüte sind wir trotzdem nicht raus.

Danach sind wir einfach weitergelaufen. Der Tag hatte noch genug Zeit übrig.

Nach dem kleinen Shopping Abstecher sind wir einfach weiter Richtung Shibuya gelaufen. Ohne Plan, einfach treiben lassen.

Irgendwann stand da dieses kleine Maze Soba Lokal. Sah gut aus, roch gut, also rein. Nudeln, alles gut durchmischen und einfach genießen. Genau das Richtige nach vielen Kilometern zu Fuß.

Shibuya war wie immer hell und voll. Kurz ins Gewusel stellen, die Kreuzung anschauen und dann wieder weiter. Ein paar Straßen später plötzlich ein kleiner Schrein zwischen Häusern, Blumen davor, totale Ruhe. Diese Kontraste machen es aus.

Godzilla haben wir auch wieder gesehen, diesmal deutlich weniger schielend. Und später noch durch Straßen mit gelben Herbstbäumen und am Wasser entlang. Tokio wechselt ständig die Stimmung, und genau das macht es so gut.

Sonnenschein, also ab Richtung Nakano. Irgendwo ausgestiegen und einfach los. So entstehen meistens die besten Wege.

Zwischendrin stand plötzlich ein kleiner Schrein da, ruhig und rot zwischen den Häusern. Kein großes Spektakel, einfach da. Man bleibt kurz stehen, schaut, geht weiter.

Dann eine überdachte Shotengai, dicht an dicht kleine Läden, Essensgerüche, viel Alltag. Genau die Art Straße, in der man langsamer wird. Maze Soba gab es auch wieder. Wenn es auf dem Weg liegt, ist das quasi Schicksal.

Am Ende noch Nakano Broadway. Enge Gänge, Regale bis zur Decke, Figuren, alte Schilder, alles ein bisschen voll und ein bisschen schräg. Man schaut, bleibt hängen, schaut weiter.
Und irgendwann ist der Tag einfach rum.

Es ging ins Aeon LakeTown und allein die Größe ist jedes Mal wieder verrückt. Man läuft einfach drauflos und verliert irgendwann komplett das Gefühl dafür, wo man eigentlich angefangen hat.

Drinnen war schon alles auf Weihnachten eingestellt. Überall Lichter, viel Deko und dieses leicht überdrehte Vorweihnachtsgefühl. Black Friday fühlte sich eher wie ein ganzer Black Monat an. Rabatte an jeder Ecke, überall Hinweise, als würde das nie wieder aufhören.

Mitten im Center lief tatsächlich ein richtiges Konzert. Bühne aufgebaut, Leute standen davor, haben zugehört, ein bisschen mitgewippt. Schon irgendwie absurd, zwischen Rolltreppen und Shops plötzlich Livemusik.

Und dann gibt es da diesen einen Laden. Ich weiß beim Reingehen eigentlich schon, wie es endet. Kurz schauen wird nie nur kurz. Am Ende stand ich wieder draußen. Mit ziemlich großen Tüten.

Für die nächste Reise nehme ich mir vor, keine Jacken mehr zu kaufen. Mal sehen, ob ich mir selbst glaube.

Es ging zum Skytree. Vom Zimmer aus sieht er fast nah aus, aber wenn man losläuft merkt man schnell, wie weit und vor allem wie riesig er wirklich ist. Je näher man kommt, desto mehr füllt er einfach den Himmel.

Unten war schon alles weihnachtlich aufgebaut. Direkt am Turm ein kleiner Weihnachtsmarkt mit Buden und Lichtern. Es roch nach gebrannten Mandeln und warmem Essen. Es gab Würstchen, Pommes, süße Sachen am Stiel und natürlich auch Glühwein. Zwischen all dem stand dieser futuristische Turm und darüber ein klarer Himmel. Diese Mischung aus Weihnachtsmarkt und Hightech Kulisse wirkt erst mal seltsam und dann einfach nur gut.

Danach sind wir noch durch die Läden gezogen. Ein bisschen schauen, ein bisschen hängen bleiben. Und irgendwann wieder Sushi. Ein paar Teller mehr als geplant, wie immer.

Auf dem Rückweg noch durch Kinshicho mit Lichtern vor dem Bahnhof und Weihnachtsbaum auf dem Platz. Eigentlich wollten wir nur kurz zum Skytree. Am Ende war es wieder ein kompletter Tag unterwegs.

Wir sind wieder zu Fuß los, grob Richtung Akiba. Ohne Plan läuft es hier sowieso am besten.

Auf dem Weg kam dieser längere Tunnel. In anderen Städten würde man innerlich schon die Nase rümpfen, hier passiert einfach nichts. Sauber, neutral, fast schon langweilig ordentlich. Selbst Tunnel benehmen sich in Tokio.

Ein paar Straßen weiter hing plötzlich ein Alien an einer Hauswand, als würde er gerade ins Gebäude klettern. Man läuft ganz normal entlang und steht auf einmal vor so etwas. Kurz stehen bleiben, lachen, Foto machen, weitergehen. Nicht weit davon hatte ein kleines Filmteam Kameras aufgebaut. Irgendwas wurde gedreht, alle sehr konzentriert. Man schaut kurz zu und merkt, wie selbstverständlich solche Szenen hier einfach dazugehören.

In Akiba selbst dann das übliche Gewusel. Überall Figuren, Technik, grelle Schilder. In den Schaufenstern stehen diese perfekt nachgebauten Gerichte aus Plastik, so realistisch, dass man sofort Hunger bekommt. Beim Stöbern vergeht die Zeit komplett unbemerkt und irgendwann ist es plötzlich Abend.

Steak bei Heros war dann genau das Richtige. Heiß, ordentlich, zufrieden machend. Danach sind wir zu Fuß zurück Richtung Hotel, durch beleuchtete Straßen, ein bisschen ruhiger als vorher. Unterwegs noch Kuchen eingepackt für später. Und wieder ist ein Tag einfach so vorbeigelaufen.

Das war tatsächlich der einzige Tag mit nicht ganz so schönem Wetter. Ein bisschen grau, ein paar Tropfen Regen, aber bei drei Wochen kann man damit leben. Also trotzdem los Richtung Asakusa.

Vorher noch zu Coco Ichibanya. Frühstück war das nicht mehr, eher ein sehr frühes Mittagessen. Curry passt einfach immer, besonders wenn es draußen etwas ungemütlich ist.

Auf dem Weg sind wir wieder durch Straßen gelaufen, die wir gar nicht geplant hatten. Ein kleiner Schrein mit rotem Tor und Drachenbrunnen stand plötzlich da, ruhig zwischen den Häusern. Solche Momente passieren einfach nebenbei.

Am Asakusa Schrein selbst sind wir nur vorbeigelaufen und stattdessen in einem Café hängen geblieben. Ein bisschen sitzen, Kaffee trinken und dem Treiben zuschauen war genau richtig.

Später noch nach Kappabashi ins Kitchen Viertel. Zwischen Messern, Geschirr und Gewürzen kann man sich gut verlieren. Ein paar Sachen durften natürlich mit. Zum Schluss noch in den Supermarkt, einfach ein bisschen schauen und stöbern.

Auch ohne Sonne war das ein richtig guter Tag.

Ein Tag auf Odaiba gehört einfach dazu. Wir sind größtenteils wieder zu Fuß los, weil man unterwegs sowieso immer mehr entdeckt als geplant. Genau das macht es ja aus.

Am Hafen standen Boote im Wasser, dahinter diese runden Gewächshäuser, die ein bisschen aussehen wie gelandete Raumschiffe. Ein Truck mit ordentlich Charakter rollte vorbei und irgendwo stand plötzlich ein kleiner fahrender Bäcker mit dem Namen „essen“. Solche Details findet man nicht, wenn man nur von A nach B fährt.

In Odaiba selbst dann Ramen mit Aussicht aufs Wasser und die Skyline. Besser kann man eigentlich nicht sitzen. Danach noch ein bisschen durch die Gegend geschlendert, über Treppen, durch Einkaufsbereiche, über verschiedene Ebenen. Diese Mischung aus draußen, drinnen, Brücken, Plattformen und Blick aufs Meer ist jedes Mal wieder beeindruckend.

Odaiba fühlt sich immer ein bisschen wie eine eigene kleine Welt an.

Manchmal laufen wir einfach los ohne Ziel. Genau so war es an dem Tag. Keine Route, nur eine grobe Richtung und schauen, was passiert.

Der Weg führte wieder durch diesen Tunnel, der inzwischen fast schon vertraut ist. Hell, sauber, völlig unspektakulär und genau deshalb irgendwie angenehm. Man kommt auf der anderen Seite raus und steht direkt wieder in einer anderen Stimmung der Stadt.

Unterwegs sind uns spannende Fassaden aufgefallen, riesige Bilder über mehrere Stockwerke, Figuren und Werbegrafiken, die ganze Gebäude einnehmen. Dazwischen ruhige Abschnitte mit Herbstbäumen und kleinen Parks, bevor es wieder dichter und lauter wird.

Am Ende sind wir in Akiba gelandet. Dort vergeht die Zeit sowieso schneller. Man bleibt hier stehen, dort noch kurz rein und plötzlich ist es später als gedacht. Maze Soba gab es natürlich auch wieder, heiß und kräftig, genau das Richtige nach so vielen Schritten.

Und wieder war ein Tag einfach vorbeigeflogen.

Wir sind wieder ohne Plan los und irgendwann in Shinjuku gelandet. Zwischen hohen Gebäuden und großen Screens sind wir einfach durch die Straßen gezogen. Selbst der Asphalt dort glitzert leicht in der Sonne, als müsste sogar der Boden ein bisschen mitspielen.

Zwischendrin haben wir in Läden mit Bastel und Papierkram gestöbert und natürlich sind wir am Ende wieder bei Sushi gelandet. Ein paar Teller hier, ein paar mehr dort.

Ein ganz normaler, planloser Tag, der sich trotzdem voll anfühlt.

Ein Tag in Yokohama geht einfach immer. Meerluft, viel Platz, alles wirkt ein bisschen weiter als in Tokio. Nur die Weihnachtsbäume bei über zwanzig Grad sind schon speziell. Man läuft in der Sonne am Wasser entlang und überall blinkt es festlich. Irgendwie komisch, aber trotzdem schön.

Wir sind durch Minato Mirai geschlendert, mit Blick auf den Hafen und die Yokohama Bay Bridge. Dann eine Runde im Riesenrad, dem Cosmo Clock 21. Von oben sieht man das ganze Hafenbecken, die Skyline und merkt erst, wie großzügig das hier angelegt ist.

Danach einfach weiterziehen, ein bisschen am Wasser entlang, alte Schiffe, moderne Gebäude, alles dicht beieinander. Und weil es an dem Tag mal nicht nach Ramen oder Sushi war, gab es Burger und Pommes. Mit Blick aufs Meer fühlt sich selbst das irgendwie passend an.

Yokohama hat immer so eine entspannte Stimmung. Ein bisschen Urlaub im Urlaub.

Einer der Tage war ganz klar dem Kofferprojekt gewidmet. Vier Stück wollen schließlich sinnvoll gefüllt werden. Also sind wir losgezogen und haben alles eingesammelt, was sich gut verstauen lässt. Süßigkeiten in allen Formen, Pflegezeug, diese typischen japanischen Alltagsprodukte, bei denen man sich jedes Mal denkt, warum gibt es das eigentlich nicht zuhause. Die Ausbeute stapelte sich schneller als geplant.

Während wir unterwegs waren, fuhr ein Bus an uns vorbei, dekoriert mit Hinweisen auf den Feiertag Kinrō Kansha no Hi, der Tag des Dankes für die Arbeit. So ein kleiner Moment, der einen daran erinnert, dass es eben kein ganz normaler Tag ist.

An einem anderen Tag ging es nach Musashi Kosugi. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einer Schleuse vorbei, ruhig zwischen Wasser und Beton, fast unscheinbar. Solche Orte tauchen plötzlich auf und geben dem Weg seinen eigenen Charakter.

Musashi Kosugi selbst fühlt sich inzwischen tatsächlich ein bisschen wie Heimkommen an. Die breiten Straßen, die Hochhäuser, alles wirkt vertraut. Man weiß schon, wo man aus der Station kommt, wo man langläuft. Es ist nicht spektakulär, aber genau das macht es angenehm. So ähnlich, wie sich Kinshicho vermutlich bald anfühlen wird, wenn wir im April schon zum vierten Mal dort sind.

Am Ende waren es zwei ganz unterschiedliche Tage. Einer voller Einkaufstaschen, einer voller vertrauter Wege. Beide auf ihre Art genau richtig.

Es war einer dieser ruhigen Tage ohne festen Plan. Einfach losziehen, durch die Stadt treiben lassen, Rolltreppen hoch, durch gläserne Eingänge, über Straßen und unter Hochbahnen. Hinter einer Rolltreppe öffnet sich plötzlich ein heller Innenhof mit hohen Bäumen, ein paar Schritte weiter steht man über einem dunklen Kanal unter Betonträgern. Diese Ebenenwechsel hören hier einfach nie auf.

Überall Weihnachtsbäume, obwohl es noch November ist. Riesig geschmückt, mit Lichtern, Kugeln und Klavier daneben. Draußen milde Luft, drinnen Feststimmung. Dieser leichte Zeitversatz fühlt sich inzwischen ganz normal an.

Mittags gab es Burger bei Shogun Burger, ordentlich und saftig. Abends haben wir Saizeriya ausprobiert, dieses typische Family Restaurant. Für den Preis wirklich erstaunlich gut. Pasta, Hamburger Steak mit Ei, ein bisschen Pizza. Nichts Besonderes und gerade deshalb irgendwie perfekt.

In einem Laden haben wir dann noch einen Shimekazari entdeckt und direkt mitgenommen. Dieser geflochtene Türschmuck aus Reisstroh, den man zum Jahreswechsel an die Haustür hängt, damit das neue Jahr mit Glück beginnt und alles Unangenehme draußen bleibt. Ende November fühlt sich das vielleicht früh an, aber wenn man ihn einmal sieht, kann man schlecht vorbeigehen.

Ein entspannter Tag, viel Stadt, viel schauen, wenig Programm. Genau richtig.

Vorletzter Tag und wir waren nochmal richtig viel unterwegs. Durch Azabu Juban schlendern funktioniert einfach gut. Kleine Läden, ruhige Straßen, plötzlich ein Torii zwischen Häusern, Blumen am Wegesrand, irgendwo ein kleiner Schrein. Und dann wieder völlig skurrile Dinge in Schaufenstern. Riesige Figuren, ein Affe, der demonstrativ nach oben zeigt, als hätte er eine wichtige Mission.

Zwischendurch gab es Imagawayaki, diese runden, goldbraunen Küchlein mit süßer Füllung. Perfekt für einen kurzen Stopp.

Später standen wir in Azabudai Hills zwischen Lichtern und festlich geschmückten Bäumen. Dort war ebenfalls ein Weihnachtsmarkt aufgebaut, mit Buden zwischen den Hochhäusern. Überall funkelte es schon ordentlich für Ende November.

Der Tokyo Tower durfte natürlich auch nicht fehlen. Egal wie oft man ihn sieht, er gehört einfach dazu.

Und zum Abschluss, fast schon traditionell, nochmal Kura Sushi. Wie am Anfang, so am Ende. Teller stapeln, noch einmal alles nehmen, was besonders gut war. Ein ziemlich runder Abschluss für einen Tag, der nochmal alles hatte.

Und dann heißt es irgendwann wieder Koffer schließen. Vier Stück, ordentlich gefüllt. Süßkram, Mitbringsel, Dinge, von denen man vorher nicht wusste, dass man sie braucht. Am Flughafen stehen sie nebeneinander wie eine kleine Reisegruppe für sich.

Noch einmal Haneda, noch einmal dieser Blick über die Stadt von oben. Erst Tokio von oben, dann nur noch Wolken und irgendwann wieder Europa auf der Karte im Bildschirm vor einem. Der Flug war entspannt, gutes Essen, zwischendurch Dessert, viel aus dem Fenster schauen. Dieser ruhige Zwischenzustand über den Wolken hat immer etwas Eigenes.

Und auch wenn man merkt, wie gern man bleibt, kommt gleichzeitig dieses andere Gefühl. Man freut sich auf zuhause. Auf Familie. Und ganz besonders auf die zwei Fellpupser, die während unseres Urlaubs selbst Urlaub bei der Tante gemacht haben. Fee und Ariane werden vermutlich so tun, als wäre nichts gewesen. Oder als wären wir monatelang verschwunden.

Tokio verabschiedet sich nie endgültig. Man weiß ja, dass man bald wieder da ist. Und genau das macht den Abschied ein bisschen leichter.