In Takamaru war das letzte Kästchen dran. Damit war der Countdown Geschichte und der Urlaub nicht mehr nur „bald“, sondern jetzt. Ein sehr gutes Wort, dieses Jetzt. Vor allem, wenn danach Tokyo auf der Fluganzeige steht.

Am Flughafen lief alles erstaunlich entspannt. Lounge, etwas essen, ein Blick auf die Anzeige: Tokyo steht da wirklich. Auch nach über zehn Japanreisen ist dieser Moment nicht egal. Man wird nur etwas besser darin, so zu tun, als wäre man ganz ruhig.

Der Flug war wieder sehr komfortabel. Guter Sitzplatz, gutes Essen, erstes Getränk, alles so, wie man es sich für viele Stunden in der Luft wünscht. Schlafen bleibt trotzdem eher ein theoretisches Konzept. Kurz vor der Landung gab es von der Crew noch ein paar Postkarten geschenkt. Sehr schöner Start, noch bevor überhaupt jemand „Welcome to Japan“ gesagt hatte.

In Tokyo wartete dann direkt Godzilla. Beim letzten Besuch war er noch nicht ganz fertig aufgebaut und schielte etwas irritiert in die Gegend. Diesmal stand er ordentlich da und sah deutlich sortierter aus als wir.

Danach ging es ins Tobu Hotel Levant Tokyo in Kinshicho, inzwischen fast schon unsere Stammunterkunft. Einchecken, Zimmer finden, Taschen abstellen, kurz durchatmen. Müde waren wir natürlich trotzdem. Aber eben müde in Japan. Das zählt anders

Erstmal zum Skytree. Und zu Sushi.

Nach dem Einchecken waren wir müde, aber noch nicht bereit fürs Bett. Also sind wir nochmal los, einfach rüber zum Skytree. Nicht weit, kein großes Programm, nur ein erster Spaziergang durch Tokyo.

Unterwegs standen tatsächlich noch ein paar späte Kirschblüten. Zwischen Hochhäusern, Straßen und Skytree sah das fast ein bisschen bestellt aus. Hatten wir nicht erwartet, war aber ein schöner Bonus.

Unser erstes Essen war dann, wie inzwischen fast schon Tradition, bei Kura Sushi. Dort gibt es immer etwas Neues zu entdecken. Manches ist naheliegend, manches eher: „Wer hat sich das ausgedacht?“ Diesmal war es deutsche Currywurst. In Japan. Im Sushi-Restaurant. Mit dem Original hatte es nur so mittelviel zu tun, aber gut war es trotzdem. Und natürlich mussten wir das probieren.

Danach waren wir satt, müde und zufrieden. Zurück ins Hotel, kurzer Blick auf Tokyo, dann war der erste Abend auch schon erledigt.

Kameido, Akihabara und ein Reiher mit Großstadtvertrag

Der erste volle Tag begann mit Kaffee am Fenster. Draußen Tokyo, drinnen zwei Menschen, die noch nicht ganz wussten, welche Uhrzeit der Körper gerade behauptet. Also erstmal gucken, trinken, langsam wieder hochfahren.

Der Plan war überschaubar: zum Kameido Tenjin Shrine laufen. Der liegt keine 15 Minuten vom Hotel entfernt und ist vor allem für seine Wisteria-Blüten bekannt, diese lila Glyzinien, die im Frühling über den Holzgestellen hängen. Und diesmal hatten wir Glück: Es waren schon richtig viele Blüten da.

Kleine Brücken, ein Teich, Schildkröten im Wasser, Blumen überall und im Hintergrund immer wieder der Skytree. Die Schildkröten lagen sehr überzeugt in der Sonne, als hätten sie den Tag deutlich besser geplant als wir.

Weil wir dann offenbar doch schon wieder zu viel Energie hatten, sind wir spontan weiter nach Akihabara gelaufen. Ein paar Kilometer Stadt, Schilder, Läden, Menschen, Geräusche und dieser ganz normale Tokyo-Wahnsinn. Dort tauchte dann auch noch ziemlich praktisch ein Sushi-Restaurant auf, das sowieso auf unserer Liste stand. Das mit dem großen Bildschirm, auf dem die Teller vorbeilaufen, statt dass echte Teller auf dem Band kreisen. Also quasi Laufband-Sushi für Leute, die ihrem Essen erst digital begegnen möchten.

Natürlich haben wir wieder viel zu viel gegessen. Das gehört anscheinend zum Reiseprogramm und wird von uns sehr zuverlässig eingehalten. Danach ging es zu Fuß zurück Richtung Hotel. Unterwegs gab es noch ein paar Kirschblüten, seltsame Kleinigkeiten und einen Fischreiher, der mitten in Tokyo an einem kleinen Bachlauf stand, als hätte er dort einfach seinen festen Mietvertrag.

Edo-Tokyo, Miso-Ramen und Eis am Wasser

Am nächsten Tag sind wir vom Hotel aus rüber zum Edo-Tokyo Museum gelaufen. Das sind ungefähr 20 Minuten zu Fuß, also genau die richtige Entfernung, um danach behaupten zu können, man hätte sich das Essen später ehrlich verdient.

Das Edo-Tokyo Museum hatte nach langem Umbau gerade erst wieder geöffnet. Drinnen geht es um die Geschichte von Tokyo, von Edo bis heute, mit großen Modellen, alten Straßenszenen, Theater, Alltag, Verkehr und ganz vielen Kleinigkeiten, bei denen man länger stehen bleibt als geplant. Genau unser Ding: ein bisschen Geschichte, ein bisschen Stadtwimmelbild und zwischendurch immer wieder Dinge, bei denen man denkt: ach schau, Windows 95 ist jetzt also auch Museum. Aua.

Im Museum blieb ich auch bei einem Schild zum alten Zeitsystem hängen. In der Edo-Zeit rechnete man nicht einfach mit 24 gleich langen Stunden, sondern teilte Tag und Nacht jeweils in sechs Abschnitte. Bedeutet: Im Sommer war eine Tages-„Stunde“ länger als im Winter. Für uns klingt das erstmal nach maximalem Terminkalender-Chaos, für ein Leben nach Sonnenaufgang, Sonnenuntergang und Glockenschlägen war es aber ziemlich logisch.

Danach sind wir rüber Richtung Ryogoku Edo NOREN. Das ist diese kleine Food-Halle direkt bei Ryogoku, mit Restaurants und einem Sumo-Ring in der Mitte. Also quasi: „Wir gehen nur kurz was essen“ mit eingebauter Sumo-Deko. Dort gab es richtig gute Miso-Ramen. Warm, kräftig, lecker und natürlich wieder etwas mehr als eigentlich nötig.

Zum Nachtisch haben wir uns noch ein Eis geholt und uns an den Sumida River gesetzt. Einfach schauen, sitzen, Tokyo vorbeiziehen lassen. Das klingt jetzt sehr poetisch, war aber hauptsächlich: Wir waren satt und wollten uns nicht sofort wieder bewegen.

Auf dem Rückweg zum Hotel kamen wir dann noch an einer Bäckerei vorbei. Und weil man in Japan an einer Bäckerei natürlich nicht einfach vorbeigeht wie ein emotionsloser Brotautomat, haben wir noch etwas mitgenommen. Danach wurde der Abend im Hotel gemütlich ausklingen gelassen. Mit Aussicht, Gebäck und dem guten Gefühl, dass der Tag wieder voller war als geplant.

Chichibu, Blumenteppich und Maze Soba als Belohnung

Am nächsten Tag ging es raus aus Tokyo und nach Chichibu. Schon die Fahrt war ein kleines Highlight, weil wir mit dem Seibu Limited Express Laview gefahren sind. Das ist dieser Zug mit den großen Fenstern, bei dem man sich kurz fragt, ob man in einem normalen Zug sitzt oder in einem fahrenden Wintergarten. Sehr bequem, sehr hell, sehr „ja gut, so kann man Bahnfahren natürlich auch machen“.

In Chichibu sind wir dann zum Hitsujiyama Park gelaufen, genauer gesagt zum Shibazakura no Oka. Das sind diese bunten Teppichphlox-Felder, die aussehen, als hätte jemand mit sehr viel Geduld und sehr wenig Zurückhaltung die Landschaft angemalt. Von der Station aus waren es gute 30 Minuten zu Fuß. Natürlich bergauf genug, damit man merkt: Natur ist schön, aber sie wohnt selten direkt neben dem Bahnsteig.

Oben angekommen war es aber wirklich toll. Pink, lila, weiß, Berge im Hintergrund, blauer Himmel und dazwischen alle mit Kamera in der Hand. Unter der Woche war es angenehm leer, also kein großes Geschiebe, kein Blütenstau, einfach schauen, laufen und viel zu viele Fotos machen. Genau richtig.

Danach ging es mit dem Regionalzug weiter Richtung Nagatoro. Dort waren wir am Arakawa River, wo auch diese Bootstouren durch die Felsenlandschaft starten. Wir sind nicht mitgefahren, aber schon das Sitzen und Schauen am Wasser war schön. Wieder sehr entspannt, weil unter der Woche einfach deutlich weniger los war. Japan-Ausflug im Ruhemodus.

Nach noch einer Zugfahrt waren wir wieder zurück in Tokyo. Und abends gab es dann Maze Soba, eines unserer Lieblingsessen. Nudeln, Sauce, alles vermischen, glücklich sein. Nach so einem Tag genau die richtige Abschlussdisziplin.

Shibamata, Tora-san und „nur mal schauen“

An dem Tag ging es nach Shibamata. Auf dem Weg dorthin haben wir erstmal bei Jonathan’s Halt gemacht, einem Family Restaurant. Sehr gute Entscheidung. Lecker, unkompliziert und genau richtig, wenn man zwar einen Plan hat, aber vorher trotzdem noch etwas essen muss. Also eigentlich immer.

Shibamata selbst fühlt sich ein bisschen an, als hätte Tokyo kurz beschlossen, leiser zu sprechen. Direkt am Bahnhof steht Tora-san, die Hauptfigur aus der Filmreihe „Otoko wa Tsurai yo“. In Japan ist das wohl eine ziemliche Institution: 48 Filme, gedreht zwischen 1969 und 1995, und Shibamata ist so etwas wie seine Heimatbasis. Bei uns war es eher: Ah, daher also der Herr mit Hut und Koffer überall.

Vom Bahnhof führt die Taishakuten-Sando, eine kleine Einkaufsstraße, direkt zum Shibamata Taishakuten, genauer zum Daikyoji-Tempel. Und diese Straße ist wirklich süß. Überall kleine Läden, Snacks auf die Hand, alte Schilder, Süßigkeiten, Senbei, Dango und Dinge, bei denen man nicht ganz sicher ist, was es ist, aber ziemlich sicher, dass man es probieren sollte. Besonders der Süßigkeitenladen war großartig: sehr viel Auswahl, sehr viel „früher war das bestimmt schon genauso“ und sehr wenig Chance, da ohne etwas rauszugehen.

Danach ging es langsam zurück Richtung Tokyo, mit kleinem Umweg am Skytree vorbei. Dort wollte ich eigentlich nur mal schauen, weil ich mir noch ein Geburtstagsgeschenk aussuchen wollte. Das ist natürlich ein gefährlicher Satz. Am Ende liefen mir diese tollen Modelle zum Selberbauen über den Weg. Ich bringe mir aus Japan fast immer welche mit, damit die Zeit bis zum nächsten Urlaub schneller vergeht. Platz dafür habe ich eigentlich schon lange keinen mehr. Aber Platz ist ja bekanntlich ein Problem für später.

Zum Abschluss gab es noch etwas von Penny Lane beim Skytree. Die Bäckerei ist toll, und nach so einem Tag braucht man schließlich auch noch Reiseproviant fürs Hotelzimmer. Oder Ausklinggebäck. Klingt offizieller.

Musashi-Kosugi, Craft Beer und Kura-Forschung

An dem Tag ging es nach Musashi-Kosugi. Für uns nicht irgendein Stadtteil, sondern fast schon alte Japan-Heimat. Bei den ersten fünf oder sechs Reisen hatten wir dort immer unser Hotel, deshalb fühlt sich das noch heute ein bisschen nach „Nachbarschaft“ an. Nur eben mit Hochhäusern, Bahnlinien und deutlich besserem Essen als in den meisten echten Nachbarschaften.

Und dann war da auch noch ein kleines Craft-Beer-Festival. Nichts Riesiges, kein Touristenauflauf, eher so ein entspanntes lokales Fest, bei dem man sofort merkt: Hier sind wirklich die Leute aus der Gegend unterwegs. Genau sowas mögen wir ja. Man steht da, schaut sich um, probiert etwas, und Tokyo fühlt sich für einen Moment gar nicht wie Weltstadt an, sondern wie ein sehr gut organisierter Stadtteil mit Bierständen.

Unterwegs habe ich dann noch den kleinen Jungen mit dem riesigen Rucksack fotografiert. Also eigentlich war es eher ein Rucksack mit Kind dran. Da muss er definitiv noch reinwachsen. Vielleicht ist das in Japan einfach langfristige Schulranzenplanung.

Später waren wir wieder bei Kura Sushi. Und ja, es gab wieder Currywurst. Man muss ja schließlich prüfen, ob die in einem anderen Laden genauso schmeckt. Reine Wissenschaft. Tatsächlich war sie sogar etwas anders, was natürlich bedeutet: Die Testreihe war absolut notwendig.

Danach haben wir noch ein paar Snacks fürs Hotel mitgenommen und den Abend ruhig ausklingen lassen.

Earth Day, Harajuku und eine sehr liebe Tomate

Der Earth Day Tokyo ist für uns inzwischen auch fast schon Tradition. Vor ein paar Jahren sind wir da eher zufällig reingestolpert, und seitdem schauen wir eigentlich immer vorbei, wenn es zeitlich passt. Dieses kleine „ach, da war doch was“-Gefühl, nur dass es dann meistens leckeres Essen, interessante Stände und irgendwas zum Mitnehmen gibt.

Dieses Jahr brauchte ich vor allem einen neuen Becher. Der alte Earth-Day-Becher ist zuhause viel im Einsatz und sieht inzwischen auch so aus, als hätte er schon mehrere Spülmaschinenleben hinter sich. Also gab es einen neuen. Sehr vernünftiger Kauf. Nachhaltig sogar, wenn man es richtig erzählt.

Auf dem Rückweg sind wir durch den Yoyogi Park gelaufen. Da ist aktuell einiges Baustellengebiet, aber schön ist es trotzdem. Viel Grün, Schatten, Leute auf Decken, ein bisschen Festivalstimmung und zwischendurch diese typischen Tokyo-Momente, wo direkt neben der Ruhe wieder die nächste laute Straße wartet.

Harajuku lag dann auch noch auf dem Weg. Die Takeshita Street haben wir uns aber gespart. Das war uns schon vom Draufgucken zu voll. Dafür mussten wir natürlich kurz in den Harry-Potter-Store. Viel habe ich nicht gefunden, aber ein paar kleine Mitbringsel für die Familie gingen natürlich mit. Ganz ohne etwas rauszugehen wäre ja auch unhöflich gewesen.

Abends gab es dann zur Abwechslung mal Supermarktessen im Hotel: Salat, Gemüse und alles, was irgendwie nach „heute machen wir mal gesund“ aussah. Mit einem sehr kleinen Augenzwinkern natürlich. Die herzförmige Tomate hat das Ganze dann offiziell romantisch gemacht. Oder zumindest sehr niedlich.

Takanawa, geschrumpfter Tokyo Tower und Kura mit Erinnerungswert

An dem Tag wollten wir uns NEWoMan Takanawa anschauen. Schön war es schon: viel Glas, viel Platz, viel Design und alles sehr ordentlich durchgestylt. Aber irgendwie fühlte es sich für uns nicht so richtig japanisch an. Eher ein bisschen hipsterig, sehr modern und fast zu glatt. Also schon interessant zum Anschauen, aber nicht unbedingt der Ort, an dem wir stundenlang hängenbleiben.

Dazwischen sind wir einfach etwas herumgelaufen, haben die Ausblicke genossen und plötzlich den Tokyo Tower aus einer Perspektive gesehen, in der er erstaunlich klein aussah. Fast so, als hätte jemand aus Versehen die Miniaturversion hingestellt. Tokyo schafft es wirklich, selbst große Dinge zwischendurch aussehen zu lassen wie Deko.

Ganz in der Nähe der Shinagawa Station gibt es einen Kura Sushi. Und nicht irgendeinen: Das war der Laden, in dem ich vor gut zehn Jahren zum ersten Mal überhaupt bei Kura war. Also mussten wir da natürlich hin. Aus Nostalgie. Und wegen Sushi. Beides völlig legitime Gründe.

Gegessen wurde wieder sehr gut, mit allem, was bei Kura eben so vorbeigefahren kommt. Danach haben wir noch eingekauft, unter anderem Misopaste für den Vorrat daheim. Damit zuhause wenigstens ein bisschen Japan im Kühlschrank wartet, bis wir wieder loskönnen.

JAL Sky Museum, Odaiba und sehr pünktliche Unpünktlichkeit

Für diesen Tag hatten wir uns eine geführte Tour durchs JAL Sky Museum gebucht. Das war auf der Webseite schon ein kleines Geduldsspiel und musste ein paar Wochen vorher erledigt werden. Aber es hat geklappt, also ging es mit der Monorail Richtung Haneda.

Typisch für uns waren natürlich wieder keine anderen Touristen da. Die große japanische Gruppe hatte ungefähr 30 Leute, und wir bekamen den einzigen Guide, der Englisch sprach, quasi als Privatführung. Noch besser: Er war ehemaliger Pilot. Und er hat das richtig gut gemacht. Sehr witzig, sehr entspannt und mit ganz vielen Infos, bei denen man merkt, dass da jemand nicht einfach einen Text aufsagt, sondern wirklich Ahnung und Freude daran hat.

Das Museum selbst war spannender, als ich vorher gedacht hätte. JAL-Geschichte, Uniformen, Flugzeugtechnik, Modelle und dann natürlich der Hangar. So nah an den Maschinen zu stehen, während dort wirklich gearbeitet wird, ist schon ziemlich beeindruckend. Also definitiv sehenswert.

Danach ging es weiter nach Odaiba. Dort gibt es seit Ende März 2026 die Tokyo Aqua Symphony, eine große Fontänenshow in der Bucht. Wenn man eh in der Gegend ist, kann man sich das natürlich anschauen. Dachten wir. Dann standen wir da, warteten, warteten weiter und wurden langsam misstrauisch. In Japan ist „unpünktlich“ ja eigentlich kein realistisches Konzept. Am Ende stellte sich raus: Eine Vorführung war ausgefallen. Die Info dazu stand natürlich nur auf Japanisch auf der Webseite. Sehr praktisch, wenn man gerade am Wasser steht und die Fontänen offenbar Mittagspause machen.

Beim Herumlaufen sind wir dann auch noch an einer Figur aus „The Ring“ vorbeigekommen. Also dieser angenehmen Geschichte, in der das Wesen aus dem Brunnen kommt. Genau die Art Deko, bei der man kurz denkt: nett, aber vielleicht doch nicht mit ins Hotel nehmen. Hat natürlich super funktioniert. Sie steht jetzt bei uns im Regal und sorgt dafür, dass man nachts beim Vorbeigehen kurz ein bisschen wacher ist.

Also haben wir auf die nächste Show gewartet. Hat sich aber gelohnt. Wasser, Licht, Musik, Rainbow Bridge im Hintergrund und dieses typische Odaiba-Abendgefühl. Ein bisschen kitschig, aber auf die gute Art.

Zum Essen ging es danach wie immer zu den Ramen-Läden in DECKS. Ramen auf Odaiba ist bei uns inzwischen keine Entscheidung mehr, sondern ein fest eingeplanter Programmpunkt. Warm, würzig, sehr gut und genau richtig nach einem Tag mit Flugzeugen, Warten und Wasserfontänen.

Und als wir wieder zurück waren, hat der Skytree auch noch schön bunt geleuchtet. Manchmal gibt Tokyo sich wirklich Mühe mit dem Tagesabschluss.

Currywetter und Häusergucken

Bisher hatten wir mit dem Wetter wirklich unverschämtes Glück. Kein Regen, jeden Tag Sonne, fast schon so zuverlässig, als hätte ich das bei der Reisebuchung extra angeklickt. An diesem Tag war es dann zum ersten Mal etwas bedeckter. Also genau richtig für Curry. Curry bei strahlendem Sonnenschein geht natürlich auch, aber bei etwas kühlerem Wetter fühlt es sich einfach offizieller an.

Deshalb ging es vorher zu Coco Curry. Das hatten wir bisher irgendwie immer ausgelassen, obwohl es natürlich überall ist. War aber genau die richtige Entscheidung: warm, würzig, sättigend und danach war klar, wir sind bereit für Kultur. Oder zumindest fürs langsame Schlendern.

Danach ging es ins Edo-Tokyo Open Air Architectural Museum im Koganei Park. Da waren wir zwar schon einmal, aber das ist auch wieder ein paar Jahre her. Und es ist einfach toll, durch diese alten Häuser, Läden und Werkstätten zu laufen. Vieles kennt man gefühlt schon aus Modellbausätzen, nur eben plötzlich in groß und begehbar. Für mich ist das dann immer ein bisschen wie: „Ach schau, das Regal habe ich zuhause in klein schon mal zusammengefummelt.“

Das Museum sammelt alte Gebäude aus Tokyo, die an ihren ursprünglichen Orten nicht mehr bleiben konnten. Statt sie verschwinden zu lassen, wurden sie hier wieder aufgebaut. Dadurch läuft man nicht nur durch ein Museum, sondern eher durch kleine Zeitkapseln: alte Wohnhäuser, Geschäfte, ein Badehaus, Werkstätten, Telefon, Radio, Lampen, Schiebetüren und ganz viele Details, bei denen man automatisch langsamer wird.

Genau deshalb wollten wir nochmal hin. Es ist ruhig, grün, ein bisschen nostalgisch und man kann wunderbar in Ruhe gucken, fotografieren und sich vorstellen, wie Tokyo früher mal ausgesehen hat. Nur ohne selber damals wohnen zu müssen. Was bei manchen Treppen, Küchen und Betten vielleicht auch ganz gut ist.

Regentag, Einkaufsrunde und Erdbeeren als Nachtisch

An diesem Tag war er dann da: der erste Regen. Nach all den Sonnentagen war das fast schon ungewohnt. Also haben wir genau das gemacht, wofür Regentage in Tokyo ziemlich gut sind: ein bisschen einkaufen, ein bisschen durch Stationen und Kaufhäuser laufen und möglichst wenig so tun, als wäre draußen gerade bestes Spazierwetter.

Dabei kamen wir auch an dieser Rolltreppe vorbei, die fast immer aus ist und nur zu bestimmten Zeiten läuft. Energiesparen auf japanisch: sehr konsequent. Ausgerechnet an diesem Tag war sie tatsächlich mal an, als wir vorbeikamen. Fast schon ein kleines Verkehrswunder. Man freut sich ja über die einfachen Dinge.

Den Tag haben wir genutzt, um ein paar Sachen einzukaufen, die mit nach Hause sollten. Außerdem habe ich einen tollen neuen Rucksack gefunden, der mich ab da begleitet. Also nicht nur gekauft, sondern direkt ins Team aufgenommen.

Gegessen haben wir in einem Restaurant direkt in der Station neben dem Hotel. Sehr praktisch, sehr lecker und genau passend bei Regen: nicht weit laufen, trotzdem gut essen. Zum Nachtisch gab es später noch richtig gute Erdbeeren. Und damit war der Regentag dann auch offiziell gerettet.

Akiba, Sushiro und Nachtisch aus dem Konbini

An dem Tag sind wir wie fast immer durch den Hinterausgang vom Hotel raus. Den benutzt irgendwie kaum jemand, dabei ist er viel praktischer, auch wenn man zur Bahn will. Dort wurden gerade die Fenster von außen geputzt. Bei so einem großen Gebäude heißt das: irgendwo hängt jemand mit Seilen an der Fassade und macht sauber.

Und dann kam wieder so ein richtiger Japan-Moment. Wir liefen unter der Überdachung raus, und da stand ein Arbeiter mit Regenschirm. Nicht für sich, sondern für uns. Er spannte ihn auf, damit wir nichts abbekommen, falls von oben etwas tropft. Da kommen wahrscheinlich vier Leute pro Stunde vorbei, aber natürlich ist jemand da, der mitdenkt. Japan macht Japan-Sachen.

Danach sind wir Richtung Akihabara gelaufen, um dort nochmal ein bisschen Zeit zu verbringen. Wobei „ein bisschen“ bei Akiba natürlich relativ ist. Man könnte dort vermutlich ein Jahr lang jeden Tag irgendwo reingehen und hätte am Ende trotzdem nur einen Bruchteil gesehen. Und wahrscheinlich drei Kabel gekauft, von denen man vorher nicht wusste, dass man sie braucht.

Der Weg führte uns wieder am Sumida entlang, mit Blick aufs Wasser, Skytree in der Ferne und diesen kleinen Zufallsfunden unterwegs, die Tokyo-Spaziergänge so gut machen. Und dann stand da plötzlich wieder Sushiro. Also dieser Laden mit dem großen Display, auf dem die Teller digital vorbeiziehen. Wir hatten natürlich keine Chance. Man muss ja auch mal spontan bleiben, besonders wenn spontan zufällig Sushi bedeutet.

Wie das endete, kann man sich denken: sehr lecker, wieder etwas zu viel und danach erstmal Verdauungsspaziergang zurück Richtung Hotel. Immerhin klingt das sehr vernünftig, auch wenn es hauptsächlich bedeutete: Wir laufen jetzt heim, weil wir uns gerade nicht mehr hinsetzen dürfen.

Abends wurde es dann ruhig im Hotel. Mit Smirnoff aus dem Earth-Day-Becher, weil der natürlich direkt eingeweiht werden musste. Nur ein Problem gab es noch: Wir hatten keinen Nachtisch. Aber das ist in Tokyo zum Glück kein echtes Problem. Da geht man auch mitten in der Nacht einfach über die Straße in den Konbini und holt sich ein Eis. Sehr gefährliches Konzept eigentlich. Und sehr praktisch.

Chiba, Erdnüsse und plötzlich im Fernsehen

An dem Tag ging es mal wieder raus aus Tokyo, diesmal rüber nach Chiba. Von Kinshicho aus ist das ziemlich entspannt, weil man bahntechnisch einfach gut wegkommt. Das ist sowieso einer der großen Vorteile dort: Man wohnt nicht mitten im Wahnsinn, ist aber trotzdem schnell überall. Also fast überall. Fuji bleibt trotzdem gern unsichtbar, aber dazu gleich mehr.

Chiba ist bekannt für Erdnüsse, also mussten natürlich welche mit. Nicht, weil wir vorher riesige Erdnusspläne hatten, sondern weil man sowas dann eben macht. Wenn eine Gegend für etwas bekannt ist, kauft man es. Reiseregel.

Erst sind wir ein bisschen am Hafen entlang geschlendert. Am Strand habe ich natürlich Muscheln gesammelt, fürs Fensterbrett daheim. Andere bringen Magnete mit, ich bringe kleine Fundstücke mit, die später zuhause so tun dürfen, als wären sie ein durchdachtes Deko-Konzept.

Danach ging es weiter zum Chiba Port Tower. Und wie das bei uns manchmal so läuft, sind wir da einfach mitten in die Wiedereröffnung geplatzt. Der Tower war gerade frisch renoviert wieder offen, es war gut was los, das japanische Fernsehen war da und wir standen mittendrin. Später haben wir uns sogar in einem YouTube-Video vom Bericht über die Eröffnung entdeckt. Also quasi kurz japanische Lokalberühmtheit. Sehr kurz. Sehr klein im Bild. Aber eindeutig wir.

Oben vom Tower hatte man eine schöne Aussicht über Chiba, den Hafen und die Bucht. Nur Fuji war mal wieder schüchtern und hat sich nicht gezeigt. Das macht er bei mir ja gerne. Vermutlich weiß er inzwischen, wann ich komme, und zieht dann schnell die Wolkendecke hoch. Der Kuchen im Tower war dafür sehr lecker. Wenn schon kein Fuji, dann wenigstens Dessert mit Aussicht.

Die Chiba Monorail mussten wir natürlich auch testen. Nur ein kurzes Stück, aber immerhin. Danach sind wir weitergelaufen und haben sie von unten bewundert. Hängende Bahn ist schon einfach cool, vor allem wenn sie über einem durch die Stadt schwebt, als hätte jemand Wuppertal genommen und auf japanisch sauber programmiert.

Abends gab es dann Dipping Noodles, auch wieder sehr lecker. Und später im Hotel wurde die Erdnuss-Ausbeute getestet. Die gekochten Erdnüsse waren allerdings eher speziell. Statt knackig und geröstet eher weich und bohnenmäßig. Kann man machen, muss man aber vielleicht nicht gleich zur neuen Lieblingsknabberei erklären. Der Rest war überzeugender: Miso mit Erdnüssen, Erdnusspaste und Dressing. Wobei japanische Erdnusspaste für meinen Geschmack gern etwas weniger süß sein dürfte. Aber gut, irgendwas ist ja immer.

Einfach loslaufen, Akiba und Modellbau-Schicksal

An diesem Tag sind wir einfach losgelaufen. Das kann man am Wochenende in Tokyo ziemlich gut machen, weil man garantiert über irgendwas stolpert. Einen Laden, ein Fest, einen Pop-up-Store, ein seltsames Schild oder Essen, das plötzlich unbedingt probiert werden muss. Planung ist da manchmal eher Deko.

Zuerst ging es an Akihabara vorbei. Sonntags wird dort die Hauptstraße für Autos gesperrt, damit die Menschen mehr Platz haben. Und den brauchen sie auch. Akiba ist ja ohnehin schon viel auf einmal, aber ohne Autos wirkt es noch mehr wie ein sehr lauter, bunter Einkaufsstrom. Praktisch, wenn man gemütlich schauen will. Gefährlich, wenn man eigentlich nichts kaufen wollte.

Irgendwann sind wir bei der Tokyo Station gelandet und einfach mal quer durch. Dort sind wir dann über einen Pop-up-Store mit Modellen gestolpert. Und nicht nur so ein bisschen Auswahl, sondern richtig viel. So viele verschiedene Modelle habe ich selbst in Tokyo selten gesehen. Eigentlich hatte ich ja schon drei zu viel gekauft. Eigentlich habe ich dafür auch gar keinen Platz. Aber wenn einem sowas direkt vor die Füße läuft, ist das ja keine Kaufentscheidung mehr. Das ist Schicksal mit Preisschild.

Danach gab es leckeres Essen: Miso Katsu. Im Grunde Schnitzel mit Miso-Soße, nur eben japanisch und deutlich besser eingebunden als diese Beschreibung klingt. Außen knusprig, innen saftig, dazu diese kräftige, leicht süßliche Miso-Soße. Kann man schon machen. Sehr gut sogar.

Zurück ging es dann über Ueno. Und natürlich habe ich auch dort noch ein bisschen was gefunden, das mit musste. Reiner Zufall selbstverständlich. Tokyo legt einem die Dinge aber auch wirklich sehr überzeugend in den Weg.

Ikebukuro, Regenpausen und zwei Abendessen

So richtig einen Plan hatten wir an dem Tag nicht. Morgens Regen, dann plötzlich Sonne, dann wieder Regen. Tokyo konnte sich wettertechnisch nicht entscheiden, also haben wir das mit der Planung auch gelassen.

In der sonnigen Phase sind wir einfach durch Ikebukuro gelaufen. Ein bisschen schauen, ein bisschen treiben lassen, und zwischendurch diese typischen Momente, in denen man irgendwo abbiegt und plötzlich wieder vor irgendwas Interessantem steht. Als der Regen zurückkam, sind wir ins Tobu Department Store geflüchtet.

Das Kaufhaus ist riesig, teilweise schon etwas älter und genau deshalb ziemlich spannend. Nicht so glatt und durchdesignt wie NEWoMan, sondern deutlich japanischer, mit vielen Etagen, vielen Ecken und dieser Mischung aus Kaufhaus, Food-Paradies und Orientierungstest. Besonders unten im Depachika wurde es interessant: frischer Fisch, Meeresfrüchte, fertige Gerichte und dieses geordnete Marktgefühl, bei dem man nur kurz gucken will und zehn Minuten später immer noch vor irgendeinem Fischbecken steht.

Oben gibt es mehrere Restaurantetagen, und weil die Auswahl so groß war, haben wir an dem Tag einfach zwei Restaurants getestet. Muss man ja nutzen, wenn man schon mal trocken steht.

Zuerst gab es Gyukatsu, also paniertes Rind. Im Grunde die edlere „Schnitzel geht immer“-Variante, nur japanisch und sehr lecker. Danach, weil Regenwetter offenbar hungrig macht, noch indisches Curry. Passte perfekt zum Wetter und war eine schöne Abwechslung zum japanischen Curry.

Am Ende des Tages gab es dann noch einen Regenbogen über Tokyo. Und als Bonus hat sich sogar Fuji kurz gezeigt, zumindest als Umriss. Das Beste daran: Wir mussten dafür nicht mal irgendwo hinlaufen. Alles direkt vom Hotelfenster aus. Nach so einem wechselhaften Tag war das schon ziemlich perfekt: Regenbogen, Fuji-Silhouette und wir trocken im Zimmer.

Kamakura, Meer und Maze Soba auf dem Rückweg

Nach einem Regentag kommt in Japan gefühlt oft ein sonniger Tag. Ob das meteorologisch stimmt, weiß ich nicht, aber ich habe es für diese Reise einfach mal so bestellt. Also ging es Richtung Meer.

Von Kinshicho aus konnten wir direkt nach Kamakura fahren. Wieder so ein Moment, in dem man merkt, wie gut die Lage angebunden ist. Einsteigen, sitzen bleiben, irgendwann wird aus Tokyo langsam Küste. Sehr angenehm.

In Kamakura sind wir ganz entspannt Richtung Strand gelaufen. Kein großes Programm, kein Tempel-Marathon, einfach Meer. Ein bisschen schauen, Sand unter den Schuhen, Wind im Gesicht und natürlich die Füße ins Wasser. Muss sein. Wenn man schon am Meer ist, reicht Angucken nicht.

Auf dem Rückweg fuhr der Zug direkt durch Musashi-Kosugi. Also sind wir ausgestiegen. Ganz zufällig natürlich. Dort gab es dann Maze Soba, eines unserer Lieblingsessen. So ein Rückweg muss ja auch sinnvoll genutzt werden.

Letzter Tag, Burger und Koffer-Tetris

Und schon war der letzte Tag da. Viel zu schnell, wie immer. Für den Mittag hatten wir uns Lotteria vorgenommen. Das wollten wir eigentlich schon testen, als die Läden noch Zetteria hießen beziehungsweise gerade überall umgebaut wurden. Irgendwie hatten wir es bisher nie geschafft. Also gab es am letzten Tag noch Burger. Muss man ja auch irgendwann abhaken.

Danach sind wir noch ein bisschen durch die Nachbarschaft vom Hotel geschlendert. Großes Programm wollten wir nicht mehr machen, schließlich wartete im Zimmer noch die wichtigste Abschlussdisziplin: strategisches Kofferpacken. Man denkt ja immer, da ist noch Platz. Und dann steht man vor 32 Kilo Freigepäck, Souvenirs, Snacks, Modellen und fragt sich, ob Physik in Japan andere Regeln hat.

Beim Schlendern haben wir ganz in der Nähe noch ein neues Restaurant entdeckt, das wir uns direkt fürs nächste Mal vorgemerkt haben. Es gibt Maze Soba. Blöderweise hatten wir schon Burger gegessen, und für den Abend war Kura geplant. Am letzten Tag ist Kura schließlich Pflichtprogramm. Also blieb es beim neugierigen Blick von außen und dem Gedanken: Beim nächsten Mal.

Abends ging es dann noch einmal zu Kura. Ein letztes Mal Sushi, Edamame und alles, was noch auf dem Band vorbeikam oder per Bestellspur angefahren kam. Danach gab es im Hotel noch einen ziemlich seltsamen Kuchen, der aussah wie eine Banane. Und man konnte ihn sogar schälen. Japanischer Nachtisch kann wirklich alles: süß sein, verwirren und trotzdem irgendwie funktionieren.

Heimflug mit Höchstgewicht, Snacks über Grönland und dem nächsten Countdown

Am Ende hat wieder alles in die Koffer gepasst. Irgendwie. Das Höchstgewicht war erreicht, bei den Koffern und gefühlt auch bei uns. Drei Wochen Japan gehen eben nicht spurlos an Mensch, Gepäck und Snackvorräten vorbei.

Da der Flug schon um 9:40 Uhr ging und der Flughafenbus erst um 8 Uhr direkt vor dem Hotel losgefahren wäre, hatten wir diesmal ein Taxi bestellt. Das hatten wir schon beim Einchecken organisiert, und wie in Japan üblich hat einfach alles funktioniert. Mit vier großen Koffern à 32 Kilo, zweimal Handgepäck und zwei Rucksäcken war das Taxi auch keine Luxusentscheidung, sondern eher angewandte Gepäcklogistik.

Die Fahrt zum Flughafen war überraschend kurz. Ich hatte mit mindestens 45 Minuten gerechnet, weil der Bus ungefähr so lange braucht. Nach gut 20 Minuten waren wir schon da. Die Strecke war ganz anders als mit dem Bus, also gab es zum Abschied sogar noch ein bisschen neue Aussicht. Unterwegs hat uns dann noch ein Baum überholt. Nicht auf eigener Wurzel natürlich, aber trotzdem ein würdiger letzter Tokyo-Moment.

Am Flughafen ging es direkt in die Lounge. Flugzeuge schauen, noch etwas essen, noch etwas trinken und so tun, als wäre man nicht innerlich schon beim Koffer-Auspacken. Der Flug selbst war wieder richtig gut. Besonders schön war die Route über Grönland. Da kommt man sonst ja nicht mal eben vorbei. Und wenn man dann mit Eis, Ramen, Sandwich oder auch einfach allem nacheinander am Fenster sitzt und auf diese Landschaft schaut, ist das schon ziemlich besonders.

Bei der Landung fiel mir auf, wie grün Deutschland in den drei Wochen geworden war. Und wie gelb. Der Raps blühte überall, als hätte jemand während unserer Abwesenheit den Farbregler hochgezogen.

Zuhause hieß es dann: Koffer auspacken, Mitbringsel sortieren und langsam wieder im Alltag ankommen. Und natürlich in Takamaru direkt den nächsten Urlaub eintragen. November ist schließlich gar nicht mehr so weit weg.